Beckenboden Check Up

Beckenboden-Check-Up

Sabrina Nieland war zu Gast in Berlin, um meinen Kundinnen durch einen Beckenboden-Check-Up zu mehr Klarheit in Bezug auf ihre Körpermitte zu verhelfen. Wie das funktioniert, liest du hier.

Nach der Entbindung eines Kindes, aber auch in den Wechseljahren, stehen die Hormone Kopf und der Beckenboden rückt in den Fokus. Neun Monate Schwangerschaft, die Strapazen der Geburt… all das hat ihn extrem belastet, und nun ist es an der Zeit, ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren. Wenn du dich gerade „im Wechsel“ befindest, kann es durch schwächeres Bindegewebe und abbauende Muskulatur ebenfalls zu einer Beckenbodenschwäche kommen, die deine Aufmerksamkeit erfordert.

Der erste Schritt

Die Regeneration des Beckenbodens erfordert Geduld und Aufmerksamkeit. Gibt es bei der Abschlussuntersuchung durch den Gynäkologen oder die Hebamme ein „o. K.“, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass der Beckenboden seine ursprüngliche Funktion wieder erlangt hat. Im Gegenteil, jetzt beginnt die Arbeit, in der Regel in einem Rückbildungskurs.

Weitere zehn Wochen später hast du im Idealfall deine Strukturen gestärkt und ein Gefühl für deinen Beckenboden. Du weisst wie du ihn ansteuern kanst und bist somit in der Lage, auch weiterhin an seiner Kräftigung und Entspannung zu arbeiten. Wie gesagt, das ist der Idealfall. Die Realität sieht häufig ganz anders aus.

Die Ansteuerung des Beckenbodens funktioniert bei vielen Frauen auch im beschriebenen Idealfall nicht optimal. Das könnte z. B. an längst vergessenen Geburtsverletzungen liegen. Wenn du also merkst, dass „irgendetwas noch nicht stimmt“, wenn du an Rückenschmerzen oder Belastungsinkontinenz leidest, könnte es sinnvoll sein, einen Beckenbodenexperten aufzusuchen, der deine komplette Bauchkapsel umfassend untersucht und die Funktionalität der Muskulatur bestimmen kann. Weiter unten erfährst du, wo du einen Beckenbodenexperten vielleicht auch in deiner Nähe findest.

Beckenboden-Check-Up

Ich habe kürzlich eine Expertin nach Berlin eingeladen, um meinen Kundinnen die Möglichkeit zu geben, sich mehr mit ihrem Beckenboden „anzufreunden“. Sabrina Nieland ist Heilpraktikerin und Beckenbodenexpertin. Was genau der Beckenboden-Check-Up ist und für wen er geeignet ist, beantwortet Sabrina in diesem Interview..


Was darf ich mir unter einem Beckenboden-Check-Up genau vorstellen?

Der Beckenboden-Check-up ist ideal für Frauen, die wissen wollen wie es ihrem Beckenboden geht, z.B. nach Schwangerschaft oder hormonellen Umstellungen wie den Wechseljahren.

Manche haben bestimmte Symptome wie z.B. Urinverlust beim Hüpfen/Niesen oder Schweregefühl, andere wollen nach der Entbindung zurück in ihren Sport und sind nicht sicher, ob der Beckenboden dafür schon bereit ist. Auch wenn Frau überhaupt nicht spüren kann, ob sie ihren Beckenboden richtig aktiviert, ist der Beckenboden-Check-up eine geeignete Hilfe.

Zusätzlich zum Beckenboden untersuche ich auch die Bauchmuskulatur, da sie mit dem Beckenboden eine Funktionseinheit bildet und gerade bei Frauen nach der Schwangerschaft häufig ein Problem darstellt wie z.B. eine Rektus Diastase oder Bauchwandschwäche.

Ich untersuche den Beckenboden und den Bauch palpatorisch, das heißt mit meinen Händen und mit meinem portablen Ultraschallgerät, so dass die Frauen auch selbst einmal ihren Beckenboden in Bewegung sehen können. Die Untersuchung findet in einem geschlossenen Raum im Liegen und auch im Stand unter Einfluss der Schwerkraft statt.

Nach Abschluss der Untersuchung haben wir ein gutes Bild von der Funktion des Beckenbodens und der tiefen Bauchmuskulatur und ich kann Dir Tipps geben, was Dein System noch an Unterstützung benötigt und wie Du zielgerichteter trainieren kannst.

Für wen ist der Beckenboden-Check-Up geeignet?

Ich biete den Checkup für Frauen jeder Altersstufe an, die wissentlich ein Problem mit Beckenboden oder Bauch haben oder vermuten, dass es eines geben könnte. Außerdem empfehle ich den Check unabhängig von Symptomen für alle Frauen nach Entbindung, bevor sie in die Rückbildungskurse gehen, wie es in anderen Ländern (z.B. Frankreich) standardisiert stattfindet. So gehen sie mit einer guten Ansteuerung und einem guten Gefühl für ihren Beckenboden in die Rückbildungszeit. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass später Probleme in dem Bereich auftreten.

Auch für Frauen, die nach Geburt langsam in ihren Sport zurückkehren (insbesondere high impact) ist der Check empfehlenswert, um hier nicht unwissentlich Strukturen zu überlasten.

Was ist der Unterschied zur Untersuchung beim Gynäkologen?

Die gynäkologische Untersuchung zielt in erster Linie darauf ab, die Strukturen auf Pathologien zu untersuchen, also z.B. sicherzustellen, dass die Gebärmutter und die Eierstöcke wucherungsfrei und nach Entbindung normal zurückgebildet sind. Die Funktionsuntersuchung des Beckenbodens ist sehr aufwendig und gehört in der Regel nicht zur Standarduntersuchung beim Gynäkologen.

Wie geht es nach dem BB-Check-Up weiter?

Nach dem Checkup weißt du genau, was Dein Beckenboden und tiefer Bauch können und was ihnen eventuell noch fehlt, um wieder in ihre volle Kraft zu kommen. So kannst Du im Alltag und im Training viel effektiver mit diesen Systemen arbeiten und eventuell auch zusätzliche Hilfsmittel und Therapiemöglichkeiten einsetzen, um Deine Symptome zu verbessern.

Ist der BB-Check-Up auch für Männer geeignet?

Ich biete den Checkup ausschließlich für Frauen an. Allerdings haben auch Männer einen Beckenboden und können Probleme mit der tiefen Bauchmuskulatur, Inkontinenz oder der Prostata haben und von einem entsprechenden Check Up profitieren.



Den genauen Ablauf des Beckenboden-Check-Ups kannst Du auf Sabrina’s Internetseite nachlesen. Wenn du wissen möchtest, ob es in Deiner Nähe einen Beckenbodenexperten gibt, findest Du bei der Arbeitsgemeinschaft GGUP im Deutschen Verband für Physiotherapie eine nach Postleitzahlen sortierte Liste.

Fazit

Ich kann dir einen Check-Up sehr ans Herz legen, wenn du spürst, dass die Funktionen deines Beckenbodens eingeschränkt ist, was auch in den Wechseljahren der Fall sein kann. Ich selbst habe den Check Up gemacht und war begeistert. Live und in Farbe (bzw. in schwarz/weiß 😉 ) zu sehen wie die Muskulatur bei einer bestimmten Bewegung reagiert, zu erfahren, dass das subjektive Empfinden eines entspannten Beckenbodens in der Bildgebung ein ganz anderes Ergebnis zeigt, hat mich beeindruckt.

Ob mit oder ohne Beckenboden-Check-Up – es ist immer sinnvoll, deine Alltagsbewegungen beckenbodenfreundlich zu gestalten. Im Onlinemagazin Lemondays habe ich kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem du erfährst wie du deinen Beckenboden mit korrekt ausgeführten Alltagsbewegungen unterstützen kannst und was es mit der „AAA-Regel“ auf sich hat. Zum Artikel kommst du gleich hier. Selbst beim Spazierengehen oder beim Einkaufengehen hilft Dir beckenbodenaktives Gehen.

Bleib‘ bewegt – deine Tine

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