Beckenbodentraining mit „Elvie“

Durch meine Zielgruppenspezialisierung interessiert mich eine Muskelgruppe ganz besonders – der Beckenboden. Das mysteriöse Etwas, irgendwo im unteren Teil unseres Körpers. Die meisten Menschen wissen, dass es ihn gibt, Viele wissen ungefähr, wo er sich befindet, aber die Wenigsten haben ihn jemals wirklich gespürt. In meinen Kursen liegt die Stärkung des Beckenbodens sowie der umliegenden Muskulatur im Fokus einer jeden Trainingseinheit, ich selbst bin Ende Vierzig und somit am Beginn der Wechseljahre.

All das sind Gründe, warum ich der Meinung bin, dass die vielschichtigen Aufgaben der Beckenbodenmuskulatur wie z. B.

  • das Verschließen des Beckens nach unten
  • der Schutz unserer Organe
  • die Schließmuskelfunktion von Blase und Darm

unbedingt  unsere Aufmerksamkeit verdienen.

Noch immer ist das Thema Beckenboden mit viel Scham besetzt, was es nicht leichter macht , die Aufmerksamkeit und die Achtsamkeit auf diese Muskelgruppe zu lenken. Inzwischen gibt es Zusatzgeräte , die das Trainieren des Beckenbodens erleichtern sollen. Durch entsprechende Impulse bewirken sie eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur und stärken so zusätzlich das Bewußtsein für diesen Bereich.

Ich bekam kürzlich die Möglichkeit, mir durch den Testsieger 2016 – „Elvie“ -, ein Bild von den Vor- und Nachteilen von Beckenbodentrainern zu machen. Vielen Dank dafür an meinbeckenboden.de .

Mein „erstes Mal“

Als das Paket ankam, war ich etwas aufgeregt. Es war schließlich mein „erstes Mal“ mit einem Beckenbodentrainer. Schon das Auspacken machte mir Spaß, denn hier hat sich der Verpackungsdesigner wirklich Mühe gegeben. Schlichte, dezente Farben in Weiß und Lindgrün. „Elvie“ selbst befindet sich in einer habtisch und optisch ansprechenden Rolle, die unauffällig mit dem Anschluß für das Ladekabel versehen ist. Eine Kurzanleitung führt Dich schnell und übersichtlich durch die ersten Schritte vor dem ersten Gebrauch.

Dann ist alles sehr einfach. Die App installieren, Sprache einstellen, „Elvie“ aufladen und schon kann es losgehen. Du  kannst Elvie im Stehen oder im Liegen verwenden, ganz nach Deinen individuellen Vorlieben. Ich entschied mich für die liegende Variante.  Zuerst las ich in Ruhe die Hinweise in der App. Die einzelnen Themenbereiche sind übersichtlich sortiert und gut erklärt. Du richtest Dein Konto ein,

 

 

und vor Deinem ersten Training bestimmst Du Deine Ziele. Fit bleiben, Stärke aufbauen oder Sich herausfordern sind die vorgegebenen Varianten, die Du jederzeit ändern kannst. Abhängig von Deiner Wahl wird die Anzahl der Trainingseinheiten und die Dauer in Wochen bis zur Erreichung Deines Ziels vorgegeben.

 

 

Sobald Du „Elvie“ eingeführt hast (auch hierzu wird alles genau und einfach erklärt), kannst Du die Verbindung mit der App via Bluetooth aufbauen, und Dein Workout beginnen.

Das Training

Ein Workout dauert ca. fünf Minuten und setzt sich aus verschiedenen Übungen zusammen. Die Übungen sind abhängig von Deinen Zielvorgaben. Zu Beginn wird durch einmaliges Anspannen des Beckenbodens Dein Tageslevel bestimmt, welches als Maßstab für das folgende Workout gilt. Unmittelbar nach jeder Übung erhältst Du eine Auswertung, gemessen an DeinemTageslevel.  Erst dann geht es mit der nächsten Übung weiter.

Nach dem Workout wird Dir Dein komplettes Ergebnis in Form eines Diagramms angezeigt.  Motivation wird gleich mitgeliefert. „Keep trying“ motiviert Dich zum Weitermachen, „Great progress“ deutet auf Deine Stärke hin und „Perfect“ heißt, das Level ist bald geschafft.

 

 

Du erkennst so immer gleich, ob Du Dich verbessert hast oder in welchen Bereichen Du noch etwas mehr arbeiten kannst. Hast Du alle Level geschafft – was nicht von Heute auf Morgen geschieht – erhältst Du neue Übungen oder Du machst eine neue Zielvorgabe. Ich persönlich spiele noch etwas mit den Möglichkeiten herum.

 

Erfahrungen

Nach einigen Wochen mehr oder weniger regelmäßigem Training kann ich sagen, dass „Elvie“ eine amüsante Trainingsapp für Erwachsene Frauen ist. Die Bewegungen der kleinen Kugel in Abhängigkeit von meinen Kontraktionen hat mich anfangs immer wieder zum Lachen gebracht. Schnell war ich angefixt, die Kugel höher und höher zu bringen und beim nächsten Mal noch bessere Ergebnisse bei meiner Lieblingsübung zu erzielen. Hatte ich mich erst einmal an den Ablauf gewöhnt, lief alles „wie am Schnürchen“.

Wer Lust hat, kann das Workout mehrfach wiederholen, denn die knapp fünf Minuten sind super schnell vorbei. Meist merkt man schon beim zweiten Durchgang, dass die Kraft der Beckenbodenmuskulatur kontinuierlich nachläßt.

Genervt hat es mich, wenn sich „Elvie“ und die App nicht richtig verbunden haben. Erst später fand ich heraus, dass es meist daran lag, dass der Akku nicht mehr genügend Saft hatte. Das kann übrigens auch passieren, wenn Du „Elvie“ länger nicht benutzt. Außerdem hatte ich immer mal wieder Schwierigkeiten mit der richtigen Position des Gerätes. Ich lag entspannt auf dem Rücken und die App tat so, als würde ich schon „arbeiten“. Bis ich dann die richtige Postion gefunden hatte („Elvie“ darf nicht zu tief eingeführt werden), hatte ich schlechte Laune und verschob das Workout auf später. Dieses Phänomen ist vielleicht subjektiv zu betrachten, da jeder Körper anders gebaut ist. Hier hilft einfach etwas Rumprobieren.

Fazit

„Elvie“ bietet eine spielerische Möglichkeit, positive Effekte auf die Wahrnehmung und die Kräftigung des Beckenbodens zu erzielen. Regelmäßig angewandt verbessert sich die Leistung und  Frauen, die ihren Beckenboden nur schwer erspüren, können ungestört, individuell und mit guten Erfolgsaussichten üben.

Als Ersatz für ein umfassendes Beckenbodentraining würde ich „Elvie“ – und wahrscheinlich auch ähnliche Geräte – nicht einsetzen, denn unser Beckenboden besteht aus mehreren Schichten, die muskulär unterschiedlich angesteuert werden. Mit dem Beckenbodentrainer wird überwiegend die äußere Schicht (Schließmuskulatur für Blase und Darm) trainiert, die anderen Schichten eher vernachlässigt.

Als Ergänzung zum Training, aber auch, um überhaupt zu spüren und in diesem Falle zu sehen, wie sich eine Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur anfühlt, ist er durchaus empfehlenswert, vorausgesetzt man ist bereit, den stolzen Preis von 199,00 € zu bezahlen.

Du erhältst „Elvie“ bei meinbeckenboden.de., wo Du Dich zusätzlich über zwei weitere, preisgünstigere Varianten informieren kannst.

Abschließend noch der Hinweis, dass in der Schwangerschaft problemlos mit „Elvie“ trainiert werden kann, nach der Entbindung jedoch solltest Du ca. 6 Wochen mit der Benutzung warten. Im Zweifel bitte mit Deinem Gynäkologen oder der Hebamme sprechen!

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du im Kommentar eventuelle persönliche Erfahrungen mit einem Beckenbodentrainer hinterläßt!

 



Ich freue mich auf Deinen Kommentar

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem du auf Übernehmen im Banner klickst.